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Die beschriebenen Modifikationen des Phasenkontrastes, welche in diesem Beitrag als Relief-Phasenkontrast bezeichnet werden, unterscheiden sich hinsichtlich Bildeigenschaften vom konventionellen Phasenkontrast durch
eine zusätzliche dreidimensionale Abbildungskomponente, welche sich aus der schrägen Beleuchtung des Objektes aus nur einer definierten Richtung ergibt. Zusätzlich können besonders filigrane, opake Strukturen
geringer Schichtdicke mit einem erhöhten Kontrast dargestellt werden. Randunschärfen durch sphärische Aberration sind bei Verwendung nicht plankorrigierter Phasenkontrast-Objektive deutlich reduziert. Dies kommt vor
allem der Fotodokumentation planer Objekte entgegen. Die Tiefenschärfe ist bei Verringerung der Aperturblende im Vergleich zum konventionellen Phasenkontrast erhöht, woraus sich weitere Vorteile für die
Mikrofotographie ergeben. Das Halo-Phänomen scheint bei der beschriebenen Modifikation zumindest bei bestimmten Beobachtungssituationen weniger ausgeprägt zu sein.
Je nach technischer Auslegung ist die Aperturblende voll zu öffnen oder adäquat zu schließen. In der praktischen
Anwendung wird von der speziellen Objektbeschaffenheit und dem relativen Durchmesser des objektivseitigen Phasenringes abhängen, welche Variante im Einzelfall zu besseren Bildqualitäten führt.
Unter gerätetechnischem Aspekt erscheint grundsätzlich interessant, dass prinzipiell auch Objektive von Fremdherstellern verwendet werden können, da der beleuchtende Strahlengang an beliebig dimensionierte
Phasenringe angepasst werden kann. Auch werden nicht in jedem Fall mehrere verschiedene Ringblendenschieber benötigt. Letztlich genügt eine Ringblende oder ein lichtundurchlässiger Schieber, um den beleuchtenden
Strahlengang in Zusammenwirken mit der Aperturblende im erforderlichen Maß einzugrenzen.
Diese Aspekte können als Vorteile gewertet werden, welche den Relief-Phasenkontrast als interessante Alternative oder Ergänzung zum konventionellen Phasenkontrast erscheinen lassen.
Seitens Geräteherstellern könnte Relief-Phasenkontrast ohne allzu großen Aufwand technisch realisiert werden, wenn die üblicherweise für Phasenkontrast verwendeten Ringblenden in den jeweiligen beleuchtenden Systemen
durch exzentrische punkt- oder schlitz- bzw. sichelförmige Lichtblenden ersetzt würden, welche auf herkömmliche Art in den Strahlengang zu bringen wären. Weitergehende technische Entwicklungsvorschläge wurden
vorstehend dargelegt.
Copyright: Joerg Piper, Bad Bertrich, Germany, 2007
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